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Kastrieren (Quelle: HRS) Warum sollten Kaninchen kastriert werden? Männchen sollten nur bei Paarhaltung, aggressivem Verhalten oder lästigem Markieren (Spritzen von Urin bei einem STUBENREINEN Kaninchen) kastriert werden. Wenn man mit einem einzeln gehaltenen Tier keine Probleme dieser Art hat, sollte man wegen der eventuellen Risiken einer OP von der Kastration absehen. Kastrierte Kaninchen tragen nicht zum Problem der Übervölkerung bei. Jedes Jahr werden Tausende unerwünschter Haustiere eingeschläfert. Lästig gewordene Kaninchen werden ausgesetzt und sich selbst überlassen. Sie leiden unter Krankheiten, Hunger und werden Opfer von Verkehrsunfällen. In den Zoogeschäften wird oft nicht gefragt, in welches Zuhause sie kommen. Viele dieser Kaninchen werden als Schlangenfutter verkauft oder für ein kleines Kind, das bald das Interesse verliert. Kastrierte Kaninchen kommen besser mit Artgenossen aus. Kaninchen sind soziale Tiere, die gerne Gesellschaft haben. Bevor ihr Kaninchen kastriert ist, wird es schwierig sein, es mit einem Artgenossen zusammen zu bringen. Bei einem Pärchen gäbe es ständig Nachwuchs, zwei Männchen vertragen sich sehr selten, aggressives Verhalten kann durch Hormone entstehen. Kastrieren ist eine ungefährliche Operation für Kaninchen, wenn sie von einem kaninchenerfahrenem Tierarzt gemacht wird. Ein erfahrener Tierarzt kann ein gesundes Kaninchen mit einem sehr geringen Risiko operieren. Lassen Sie keinen unerfahrenen Tierarzt ihr Kaninchen operieren. Ist eine Operation gefährlich für Kaninchen? Operationen können für Kaninchen genauso sicher sein wie für andere Tiere. Leider haben viele Tierärzte keine oder wenig Erfahrung mit Operationstechniken, die sicher für Kaninchen sind. Lassen Sie niemals einen solchen Arzt Ihr Tier operieren. Wenn man das richtige Betäubungsmittel benutzt sowie passende Operationstechniken und auch die richtige Nachbehandlung anwendet, ist Kastrieren genauso sicher wie bei anderen Tieren. In welchem Alter sollte ein Kaninchen kastriert werden? Weibchen können kastriert* werden, sobald sie geschlechtsreif sind, gewöhnlich mit etwa 4 Monaten. Viele Tierärzte warten aber lieber bis zum 6. Monat, da OPs bei jüngeren Kaninchen riskanter sind. Männchen können kastriert werden, sobald die Hoden im Hodensack erscheinen, das ist mit etwa 3- 3 ½ Monaten, aber die meisten Ärzte warten lieber bis zum 5 Monat. Wann ist das Kaninchen zu alt für eine Kastration? Tierärzte haben da ihre eigene Meinung, aber gewöhnlich werden OPs und Narkose nach dem 6. Lebensjahr riskanter. Es wird geraten, vor der OP von Kaninchen, die älter als 2 Jahre sind, einen Gesundheitscheck durch zuführen. Das kann teurer als die OP sein, aber es hilft, evtl. Gefahren zu entdecken, die eine OP riskant machen. Kann man erkennen, ob ein Weibchen schon kastriert wurde? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass das noch nicht geschah. Sie können den Bauch rasieren und nach einer Narbe schauen. Da aber Tierärzte verschiedene Nähtechniken anwenden, kann auch keine Narbe zu finden sein. Es ist zu hoffen, dass der Arzt den Bauch tätowiert hat, wenn es schon geschehen ist. Wenn man nichts findet, ist die einzige Möglichkeit sich zu vergewissern, wenn man mit der OP fortfährt. Was kostet eine OP? Die meisten Ärzte verlangen zwischen 30 Euro und 50 Euro (plus etwa 10 Euro für's Fädenziehen). Es gibt aber auch Fäden, die sich nach dem Verheilen auflösen und dem Kaninchen weiteren Stress mit dem Fadenziehen ersparen. Bei Notdiensten muss man mit ca. 15 Euro rechnen. Erkundigen Sie sich beim Tierarzt ausführlich über Operationstechniken, Risiken, Vor- und Nachsorge. Verlangt der Arzt, dass das Tier vor der OP kein Wasser und Futter bekommt? (Das ist nicht nötig - Kaninchen können sich nicht erbrechen, deshalb gibt es da kein Risiko während der OP, Kaninchen sollten nie völlig entleerte Verdauungsorgane haben) Welche Narkosemittel werden benutzt (einige Mittel sind für Kaninchen nicht verträglich)? Fragen Sie, wie Probleme entdeckt werden können: wie oft wird der Arzt nach dem Tier schauen, was wird er untersuchen? Was wird vor der OP getan, um evtl. Risiken auszuschliessen? Wie wird das Tier nach der OP unterstützt, Wärme, Ruhe (bellende Hunde und jaulende Katzen im Nachbarkäfig sind wahrscheinlich nicht sehr hilfreich)? Welche Maßnahmen können Sie vor und nach einer OP ergreifen? Geben Sie dem Kaninchen Acidophilus (zum Aufbau der Darmflora) für ein paar Tage nach der OP, nur um sicher zu sein, dass das Verdauungssystem wieder richtig funktioniert. Verändern Sie das Futter in diesem Zeitraum nicht. Sehen Sie jeden Morgen und Abend nach der Wunde. Nach einer Kastration kann der Hodensack anschwellen, warme Kompressen können helfen, man muss deswegen nicht übertrieben besorgt sein. Bei Anzeichen einer Infektion bringen Sie das Tier sofort zum Arzt. Halten Sie frisch operierte Weibchen von Männchen fern. Ernste innere Verletzungen können entstehen, wenn er sie bespringt. Nach einer OP achten Sie auf eine ruhige Umgebung, damit das Kaninchen nicht erschreckt. Ermuntern Sie es nicht zu akrobatischen Übungen, aber lassen Sie das Tier tun, was es möchte, es weiß, was weh tut und was nicht. Einige Ärzte behalten das Tier über Nacht. Wenn Ihr Arzt Sie das Kaninchen am gleichen Tag mitnehmen lässt, beachten Sie folgendes: Wichtig ist es, in den ersten Tagen nach der OP den Käfig nicht mit Streu, sondern mit Stoff- oder Papiertüchern auszulegen, da sich die Wunde sonst infizieren kann. Die meisten kastrierten Männchen kommen nach Hause und schauen nach Futter - vergewissern Sie sich, dass sie Pellets, Wasser, und gutes Heu haben. Die meisten Weibchen wollen in Ruhe gelassen werden, wollen nicht fressen und sitzen still in der Ecke des Käfigs oder des Zimmers. Am nächsten Morgen, spätestens am nächsten Abend, ist es wichtig, dass das Tier etwas frisst. Es ist egal wieviel oder was, Hauptsache, die Verdauung bleibt in Gang. Wenn es nicht frisst, bieten Sie ihm alle Mögliche an. Als letzte Möglichkeit stellen Sie einen Pelletbrei her (1 Teil Pellets, 2 Teile Wasser, sorgfältig mixen, geben Sie Acidophilus dazu und füttern Sie erbsengrosse Stücke mit einer Spritze ohne Nadel seitlich ins Maul). Manchmal entfernen Weibchen die Nähte. Lassen Sie sie erneut nähen und wickeln Sie ein Geschirrtuch um ihren Bauch, das Sie mit einer elastischen Binde befestigen. Wenn sie normal atmen kann, ist es nicht zu eng. *Bemerkung: In Deutschland wird nicht generell dazu geraten, die Weibchen zu kastrieren. Bei häufiger Scheinschwangerschaft sollte der Eingriff aber wegen erhöhter Gefahr an einem Tumor zu erkranken von einem erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden. |
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